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Policy Assessment of the EUโ€™s Sanctions on Russia

How might the sanctions of the EU as a response to the Russian invasion in Ukraine affect international trade, GDP and inflation in the EU and in Austria in particular?

While trade between the EU and Russia had been growing following the Partnership and Cooperation Agreement (PCA) in 1997 and Russiaโ€™s accession to the WTO, this trend was reversed from 2014 onwards, after restrictive measures were imposed by the EU as a response to Russiaโ€™s annexation of Crimea. As a consequence, Russia started diversifying its imports and cooperating tighter with other trading partners such as China. The Federationโ€™s countermeasures have especially affected the EU agri-food industry, which saw its exports plummet.

Just over one third of this countryโ€™s overall exports and imports flowed in and out of the European Union, making it Russiaโ€™s biggest trading partner. Furthermore, the EU is Russiaโ€™s largest foreign direct investment source, its stock lay at โ‚ฌ311.4 billion in 2019. [1]

Mineral fuels are not only the Unionโ€™s main import goods from Russia, but also constitute the most vulnerable sector for both trading partners. On the one hand, the EU depends heavily on Russian oil and gas imports (roughly 27% of all its imports for oil and 41% for gas)[2], and on the other hand, the Russian current accountโ€™s surplus in the past years has originated from the significant revenues this sector generates.

Within the manufacturing sector, the EUโ€™s most important export products to Russia are medicaments and pharmaceutical products, cars and car parts as well as semi-conductors.[3] The Federation relies on high-tech imports from western countries generally, as these are needed for the modernization of its industries and thus crucial for its long-term growth.

Looking at the trade relation of Austria and Russia in particular, Austrian exports amounted to 2,1 billion EUR and its imports to 3,29 billion EUR in 2018[4]. The structure of these does not differ significantly from the European average โ€“ Austria exports machinery and technological equipment and pharmaceuticals, while it imports mostly oil, gas and metals. Before 2014, agri-food products played a large role as well.

In the last week of February 2022, the EU has agreed, with unprecedented swiftness and scale, on a large number of restrictive measures in response to Russiaโ€™s invasion in Ukraine. Among them are a tightening of the existing trade restrictions on dual-use goods as well as new ones concerning the following sectors: high-tech, oil refinery, aerospace and aircraft. These cover microprocessors and semiconductors, two important Austrian export products. As of today, it is certain that the sanctions will negatively affect exports of Austria and the EU generally, decreasing their trade volume with Russia. Yet the consequences of not only the trade-related measures, but also the sanctions package and the armed conflict overall may not yet be quantified. These will depend on a variety of factors, most notably the type and scope of Russian countermeasures. In the worst-case scenario, these would include an interruption of oil and gas deliveries, which could precipitate unprecedented inflationary pressure in Europe and a exasperate the already commencing recession in Russia.

Further Source:


[1] https://ec.europa.eu/trade/policy/countries-and-regions/countries/russia/

[2] https://ec.europa.eu/eurostat/cache/infographs/energy/bloc-2c.html

[3] https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/images/e/e7/Most_traded_goods_between_EU_and_Russia%2C_2021.png

[4] https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Advantage-Austria—Lukavsky—Russian-Austrian-Economic-Rel.pdf

Durchs Frustessen zu mehr Nachhaltigkeit?

Durchs Frustessen zu mehr Nachhaltigkeit?

Unser Lebensmittelkonsumverhalten hat sich durch die wiederkehrenden Lockdowns grundlegend verรคndert. Sowohl die gesundheitlichen Auswirkungen davon als auch die strukturellen sind der Inhalt umfangreicher Forschung, genauso wie die Frage, wie nachhaltig diese auch unsere Zukunft prรคgen werden. Zwar haben die starke krisenbedingte psychische Belastung und Unsicherheit bei einigen zu ungesundem Esseverhalten gefรผhrt, zur gleichen Zeit kam es allerdings auch zu einem verstรคrkten Regionalitรคts- und Nachhaltigkeitsbewusstsein beim Einkaufen. Doch werden langfristig die positiven oder die negativen Verhaltensรคnderungen bestehen? Und ist das Potential fรผr einen Strukturwandel gegeben? 

Kollektives Frustessen

Eine Vielzahl von Studien unterschiedlicher Lรคnder zum Einkaufsverhalten wรคhrend dem Lockdown eint vor allem eine Erkenntnis: Es wurde viel bewusster eingekauft.[1][2][3] Eine Studie in Italien kategorisierte das Verhalten in drei Gruppen: Zunรคchst stiegen Verkaufszahlen von Produkten, die mit einer Stรคrkung des Immunsystems assoziiert werden (Orangen, Joghurt etc.), sowie lang haltbaren Lebensmitteln stark an (Shelter Effect). Als nรคchstes lieรŸen Unsicherheit, Angst, Druck und Langeweile zu so genanntem Comfort Food greifen: in Italien wurden um 90% mehr Popcorn, um 30% mehr Kartoffelchips, um 60% mehr Konfekt und um 180% mehr Alkohol eingekauft.  Der Master Chef Effect lieรŸ die Nachfrage nach Mehl, Germ, Butter und Eiern in die Hรถhe schieรŸen[4] โ€“ ein Phรคnomen, das auch vielen ร–sterreichern nicht fremd ist, wo der Lockdown in der Zeit vor Ostern und vor Weihnachten zunรคchst eine Germteig- und dann eine Mรผrbteig-Welle auslรถste.

Wรคhrend einige soziale Gruppen beim Einkauf vermehrt auf Gesundheit und Nachhaltigkeit achteten, fรผhrte der Lockdown in Italien vor allem in unteren Einkommensklassen zu einem erhรถhten รœbergewichtsrisiko: Die SchlieรŸung von Schulkantinen und finanzielle Instabilitรคt fรผhrten zu vermehrtem Konsum von ungesundem Essen[5]. Auch waren Frauen stรคrker von Depression und Emotional Eating-Verhalten betroffen[6]. Eine andere Studie, durchgefรผhrt in Europa und Lateinamerika, zeigte vor allem bei Jugendlichen einen Konsumanstieg von hochverarbeiteten Lebensmitteln wie Kartoffelchips oder Fertiggerichten.[7]

Diese, auch durch den (erzwungenen) Einbruch des AuรŸer-Haus-Konsums entstandenen Trends kรถnnten aufgrund der folgenden Rezession noch weit รผber das Ende der Lockdowns hinaus andauern. Ein Blick auf die Auswirkungen vergangener Wirtschaftskrisen zeigt[8], dass sinkende Einkommen nicht nur zu weniger Restaurantbesuchen, sondern auch zu steigenden รœbergewichtszahlen fรผhrt. In Amerika waren auch infolge des Ausbruchs der Krise von 2008 vor allem Menschen in den untersten Einkommensklassen und Minderheiten davon betroffen. Die Folgekosten fรผr das Gesundheitssystem waren enorm. Es ist essentiell, dass die รถffentliche Hand einem solchen Trend weltweit bereits wรคhrend der Lockdowns, aber auch danach aktiv entgegenwirkt โ€“ auch indem sie gezielt die vulnerablen Randgruppen, die davon besonders stark betroffen sind, anspricht.

Kรผrzere Lieferketten

Trotz des Frustessens kam es im Frรผhjahr offenbar zu einem starken Anstieg des Ernรคhrungsbewusstseins. Ein europaweit zu begrรผรŸender Trend war jener hin zu kรผrzeren Lieferketten: Sowohl der Ab-Hof-Verkauf als auch der Versand und Zustelldienst von bรคuerlichen Produkten ist in einigen Lรคndern stark angestiegen. Bereits existierende Netzwerke erfuhren einen Boom, wรคhrend einige Landwirte die Krise zur ErschlieรŸung neuer Absatzmรคrkte nutzten.[9][10][11] Die Zahlen zeigen, dass das oft proklamierte โ€žEinkaufen beim Bauernโ€œ tatsรคchlich vermehrt genutzt wurde: eine Feldstudie fand in Rumรคnien einen Anstieg von +60% und in ร–sterreich gaben laut Statista 44% an, dass die regionale Herkunft der Produkte in Zukunft bei der Wahl des Lebensmittelgeschรคfts wichtiger werde[12].

Dass kรผrzere Lieferketten einen geringeren CO2-FuรŸabdruck zur Folge haben, ist nichts Neues. Durch die abrupten Reaktionen einiger europรคischer Lรคnder, die im Mรคrz 2020 Grenzen teilweise รผber Nacht sperren lieรŸen, rรผckte jedoch noch ein weiterer Aspekt in das รถffentliche Bewusstsein: Kรผrzere Lieferketten sind resilienter und erhรถhen dadurch die Versorgungssicherheit eines Landes. Auch die gesundheitlichen und geschmacklichen Vorteile regionaler Lebensmittel sind bekannt, nur lieรŸen die doch spรผrbar hรถheren Preise Konsumenten bisher nur vereinzelt dazu greifen. Es wird sich erst zeigen, ob die neuentdeckte Liebe der Konsumenten zum Kochen mit hochwertigen, lokal produzierten Zutaten Bestand haben wird โ€“ auch dann, wenn nach dem Lockdown eine globale Rezession Einkommen schrumpfen lassen und die Rรผckkehr in den hektischen Alltag AuรŸer-Haus Konsum und Fertigprodukte wieder nรถtig machen werden.

Strukturwandel hin zu mehr Nachhaltigkeit?

Die willkommene (und oft auch einzige) Unterhaltung, die bewusstes Einkaufen und Kochen wรคhrend des Lockdowns baten, lenkte die Aufmerksamkeit der Konsumenten nicht nur hin zu mehr Regionalitรคt, sondern auch auf das Thema Nachhaltigkeit: Eine Umfrage von Accenture, die im April in 15 Lรคndern durchgefรผhrt wurde, zeigte, dass die Hรคlfte aller Verbraucher gesundheitsbewusster einkaufte, und dies auch weiterhin plante. 45% trafen nachhaltigere Entscheidungen beim Einkaufen und gar 64% vermieden Lebensmittelabfรคlle verstรคrkt, wobei auch hier Konsumenten angaben, dies wahrscheinlich auch weiterhin zu tun.[13]  Dieser Nachhaltigkeitstrend spiegelt sich auch in der Erkenntnis einer amerikanischen Studie wider, die zeigte, dass der Fleischkonsum im Lockdown zurรผckging. Vor allem bei Frauen und jungen Menschen, sowohl aus der niedrigsten als auch der hรถchsten Einkommensgruppe war dies ausgeprรคgt.[14]Die rapide eingebrochenen Aktienkurse von den global grรถรŸten Fleischproduzenten wie Tyson Foods Inc. unterstreichen dies.

Ob der Lockdown-induzierte Trend zu weniger Fleischkonsum diesen auch nachhaltig verringert, wird sich erst zeigen. Ein verstรคrktes Gesundheitsbewusstsein kรถnnte hier einen bleibenden Anreiz fรผr die Massen bilden. Es wรคre auch mรถglich, dass die Gefahr fรผr pandemische Zoonosen, die von intensiver Tierhaltung und Wildtierhandel ausgeht, pflanzenbasierte Ernรคhrung stรคrker in den Fokus rรผckt. Solche Fragestellungen spiegeln sich bereits in dem verstรคrkten Fokus landwirtschaftlicher Forschungsinstitute auf alternative Proteinquellen wider.[15]

Ein so disruptives Ereignis wie die COVID-19-Pandemie kรถnnte einen positiven Strukturwandel begรผnstigen โ€“ die Konditionen dazu sind durch das verstรคrkte Ernรคhrungsbewusstsein und der schlagartig gestiegenen Rolle von Einkaufen, Kochen und Essen in unserem Lockdown-Alltag eindeutig gegeben. Dem gegenรผber stehen die destruktiven Auswirkungen, die Unsicherheit, Einsamkeit und wirtschaftliche Instabilitรคt auf die Ernรคhrung haben. Ob wir es schaffen, positive Verhaltensรคnderungen beizubehalten und negative Effekte zu รผberstehen, wird nicht nur in den Hรคnden von Entscheidungstrรคgern, sondern an jedem einzelnen von uns liegen.


[1] Lauren Chenarides et al., โ€œFood Consumption Behavior during the COVIDโ€19 Pandemic,โ€ Agribusiness37, no. 1 (January 15, 2021): 44โ€“81, accessed February 10, 2021, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/agr.21679.

[2] Carla Cavallo, Giovanna Sacchi, and Valentina Carfora, โ€œResilience Effects in Food Consumption Behaviour at the Time of Covid-19: Perspectives from Italy,โ€ Heliyon 6, no. 12 (December 1, 2020): e05676, accessed February 10, 2021, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2405844020325196.

[3] L. Laguna et al., โ€œThe Impact of COVID-19 Lockdown on Food Priorities. Results from a Preliminary Study Using Social Media and an Online Survey with Spanish Consumers,โ€ Food Quality and Preference 86 (December 1, 2020): 104028.

[4]  Carla Cavallo, Giovanna Sacchi, and Valentina Carfora, โ€œResilience Effects in Food Consumption Behaviour at the Time of Covid-19: Perspectives from Italy,โ€ Heliyon 6, no. 12 (December 1, 2020): e05676, accessed February 10, 2021, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2405844020325196.

[5] Ibid.

[6] Laura Di Renzo et al., โ€œPsychological Aspects and Eating Habits during COVID-19 Home Confinement: Results of EHLC-COVID-19 Italian Online Survey,โ€ Nutrients 12, no. 7 (July 19, 2020): 2152, accessed February 10, 2021, https://www.mdpi.com/2072-6643/12/7/2152.

[7] Marรญa Belรฉn Ruรญz-Roso et al., โ€œChanges of Physical Activity and Ultra-Processed Food Consumption in Adolescents from Different Countries during Covid-19 Pandemic: An Observational Study,โ€ Nutrients 12, no. 8 (July 30, 2020): 2289, accessed February 10, 2021, https://www.mdpi.com/2072-6643/12/8/2289.

[8] Kellie Oโ€™Dare Wilson and Diane L. Scott, โ€œShrinking Budgets and Expanding Bodies: Battling Obesity When the Economic Belt Is Tight,โ€ Journal of Community Practice 23, no. 3โ€“4 (October 2, 2015): 477โ€“491, accessed February 10, 2021, https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/10705422.2015.1091419.

[9] Fรผr Rumรคnien: Alina Butu et al., โ€œThe Impact of COVID-19 Crisis upon the Consumer Buying Behavior of Fresh Vegetables Directly from Local Producers. Case Study: The Quarantined Area of Suceava County, Romania,โ€ International Journal of Environmental Research and Public Health 17, no. 15 (July 29, 2020): 5485, accessed February 10, 2021, https://www.mdpi.com/1660-4601/17/15/5485.

[10] Italien: Andrea Calori and Francesca Federici, โ€œCoronavirus and beyond: Empowering Social Self-Organization in Urban Food Systems,โ€ Agriculture and Human Values (Springer, September 1, 2020), accessed February 10, 2021, /pmc/articles/PMC7221227/.

[11] ร–sterreich: โ€œLockdown: Bauern Bleiben Auf Gemรผse Sitzen – Kaernten.ORF.At,โ€ accessed February 10, 2021, https://kaernten.orf.at/stories/3074995/.

[12] โ€œร–sterreich – Wichtigkeit Regionaler Produkte in Corona-Krise 2020 | Statista,โ€ accessed February 10, 2021, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1111865/umfrage/wichtigkeit-regionaler-produkte-waehrend-und-nach-der-corona-krise-in-oesterreich/.

[13] โ€œAccenture-Studie: Wie Die Corona-Krise Ethischen Und Digitalen Konsum Fรถrdert,โ€ accessed February 10, 2021, https://www.horizont.net/marketing/nachrichten/accenture-studie-wie-die-corona-krise-ethischen-und-digitalen-konsum-foerdert-182790.

[14] Lauren Chenarides et al., โ€œFood Consumption Behavior during the COVIDโ€19 Pandemic,โ€ Agribusiness 37, no. 1 (January 15, 2021): 44โ€“81, accessed February 10, 2021, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/agr.21679.

[15] Piotr Rzymski et al., โ€œCOVID-19 Pandemic Is a Call to Search for Alternative Protein Sources as Food and Feed: A Review of Possibilities,โ€ Nutrients 13, no. 1 (January 5, 2021): 150, accessed February 10, 2021, https://www.mdpi.com/2072-6643/13/1/150.

Lรถsen Klimazรถlle die Probleme einer CO2 Steuer?

2026, wenn die EU ihre Klimazรถlle einfรผhrt, dann sind alle Probleme der CO2 Steuer gelรถst.

Oder doch nicht?

Und der รถsterreichische Landwirtschaftskammer-Chef sagt, dass wir keine Fleischsteuern, sondern einen Klimazoll brauchen. Ist ein Klimazoll also das Wundermittel, das uns in die CO2-neutrale Zukunft bringen wird?

Wir wissen, dass eine CO2 Steuer viele Vorteile bringen kann, allerdings habe ich in meinen Artikeln zu den Auswirkungen der CO2 Steuer auf Lebensmittel und auf die Landwirtschaft erklรคrt, dass sie auch einige negative Folgen haben kann. Ist es mรถglich, diese durch Klimazรถlle abzufedern?

In diesem Artikel erklรคre ich euch:

  1. Was sind Klimazรถlle?
  2. Warum braucht es Klimazรถlle?
  3. Sind Klimazรถlle รผberhaupt nรผtzlich?
  4. Kann es sein, dass Klimazรถlle mehr schaden als nutzen?

Und zum Schluss fasse ich euch die Kernpunkte nochmal รผbersichtlich zusammen, also schaut es euch auf alle Fรคlle bis ganz zum Ende an!

Was ist eine CO2 Steuer?

Bevor wir starten gibtโ€™s eine ganz kurze Wiederholung, was eine CO2 Steuer รผberhaupt ist:

Um die Klimakrise lรถsen zu kรถnnen, muss der CO2-AusstoรŸ drastisch reduziert werden. Ein Instrument, mit dem das erreicht werden kann, ist die CO2 Steuer. Fรผr die CO2 Steuer gibt es unzรคhlig viele Modelle, aber im Groben geht es darum: Bei der Produktion von fast allen Gรผtern, vom Apfel, T-Shirt bis zum Auto, werden CO2 oder andere Treibhausgase ausgestoรŸen, die den Klimawandel verursachen und beschleunigen. Um Unternehmen einen Anreiz zu geben, mรถglichst viel CO2 in der Produktion ihrer Gรผter einzusparen und Konsumenten beim Einkaufen eher zu den CO2-armen Alternativen greifen zu lassen, gibt es die Idee, dass Firmen wenn sie ein Produkt auf den Markt bringen, dessen CO2 FuรŸabdruck berechnen mรผssen, und dafรผr Steuern zahlen = ergo CO2 Steuer.

Das war nur ein ganz grober รœberblick, denn Youtube bietet bereits viele richtig gute Erklรคrvideos dazu, beispielsweise dieses hier von Mailabdieses hier von Joul, oder dieses von Doktor Whatson.

Mit dieser Basis kรถnnen wir uns gleich mit der ersten Frage befassen:

1. Was sind Klimazรถlle?

Wie ein „normaler“ Zoll auch, ist ein Klimazoll ein Aufschlag auf den Preis eines importierten Gutes, wenn es die Grenze eines Landes รผberquert. Die Idee hinter dem Klimazoll ist, dass dieser eine Ergรคnzung zu einer internen CO2 Bepreisung darstellt. Zum Beispiel wird in der EU aktuell dem CO2-AusstoรŸ gewisser Produkte ein Preis durch das ETS (Emission Trading System = Emissionshandelssystem) gegeben, was die Produktion in der EU teurer macht, als in anderen Lรคndern. Hier kommt Carbon Leakage ins Spiel: Carbon Leakage bezeichnet das Phรคnomen, dass Industriebetriebe abwandern, wenn ein Land strenge Klimaschutzauflagen (oder eine CO2 Bepreisung) einfรผhrt, weil sie wo anders billiger und unter geringeren Auflagen produzieren kรถnnen. Und dieser Carbon Leakage Effekt fรผhrt dann dazu, dass im Endeffekt kein CO2 eingespart wird, sonder einfach nur der CO2 Verbrauch in andere Lรคnder ausgelagert wird. Es kann sogar so weit gehen, dass global gesehen mehr CO2 ausgestoรŸen wird als davor, weil durch die Produktionsverlagerung mehr Transportwege anfallen. Und mit solch einem Ergebnis hรคtte ein Gesetz zum Klimaschutz dann stark sein Ziel verfehlt.

Um nun eine Wettbewerbsfairness herzustellen und Carbon Leakage zu vermeiden, gibt es nun die Forderung nach so genannten โ€žKlimazรถllenโ€œ, oder wie sie eigentlich heiรŸen sollen: Carbon Border Adjustment, also CO2 Grenzausgleich.

Dieser Klimazoll soll sich danach messen, wieviel CO2 ein Produkt bis zur Grenze ausgestoรŸen hat. Also umso mehr CO2 ein Importgut bei der Produktion und im Transport verbraucht, umso hรถher wรคre der Klimazoll. So wรผrde auch bei Importprodukten der CO2 FuรŸabdruck (auch jener, der durch den Transport entsteht) in den Preis einflieรŸen.

Aktuell wird in der EU ein Gesetzesvorschlag zu Klimazรถllen diskutiert. Wenn ihr mehr dazu wissen mรถchtet, fragt gerne in den Kommentaren nach!

2. Warum braucht es Klimazรถlle?

EU-weit sind sich einige Politiker bereits bewusst, dass eine CO2 Steuer den Carbon Leakage Effekt nach sich ziehen kann. Deshalb gibt es schon seit Langem die Forderung nach Klimazรถllen. Wenn beim Import in die EU also ein Klimazoll auf das Produkt draufgeschlagen wรผrde, dann wรผrde das natรผrlich europรคische Gรผter im Verhรคltnis viel viel attraktiver fรผr Konsumenten machen. Das kรถnnte heiรŸen, dass Produzenten die gestiegenen Kosten (die sie ja durch den CO2 Preis haben) durch hรถhere Preise, die sie fรผr ihre Produkte verlangen kรถnnten, wieder wettmachen kรถnnten. Klimazรถlle kรถnnten also eine Mรถglichkeit sein, die negativen Auswirkungen einer CO2 Steuer auf Produzenten abzufedern.

Ein weiterer Grund fรผr Klimazรถlle ist das Herstellen einer Wettbewerbsfairness zwischen inlรคndischen und auslรคndischen Produzenten.

AuรŸerdem wรผrden heimisch produzierte Produkte durch einen Klimazoll auf importierte Produkte dann im Verhรคltnis attraktiver fรผr Konsumenten werden. Und da heimische Produkte stark kรผrzere Transportwege als importierte haben, wรผrde dies den CO2 AusstoรŸ durch Transport verringern.

3. Sind Klimazรถlle รผberhaupt nรผtzlich?

Bevor man sich die Frage stellt, ob Klimzรถlle sinnvol sein kรถnnten, muss man sich wohl anschauen, ob Carbon Leakage in der „echten Welt“ wirklich ein Thema ist:
Eine Studie von zwei deutschen ร–konomen aus dem Jahr 2019 beispielsweise untersuchte, ob der europรคische Emissionshandel ETS zu Carbon Leakage fรผhrt. Mittels ihrer Analyse von Handelsdaten fanden sie keinen statistisch signifikanten Carbon Leakage Effekt.
So, das war einmal eine einzelne Studie zum europรคischen ETS.
Ich habe auรŸerdem eine Meta-Analyse von zwei ร–konomen der London School of Economics aus dem Jahr 2017 gefunden. Eine Meta-Analyse ist im Endeffekt nichts anderes als eine Zusammenfassung von bestehenden Studien. In dieser hier wurde eine groรŸe Zahl von Studien verglichen, unter anderem zu der Frage, ob CO2 Steuern oder strenge Umweltauflagen zu Carbon Leakage fรผhren. Also wรคhrend die vorherige Studie nur das europรคische ETS untersuchte, wurden in diesen Studien alle mรถglichen CO2 Steuern und Umweltauflagen begutachtet. Die untersuchten Studien sind besonders wertvoll, weil sie ausschlieรŸlich bereits bestehende Steuern/Auflagen analysieren (= ex post Analysen). So gibt es sehr viel Evidenz, dass es durch CO2 Steuern oder strenge Umweltauflagen sehr wohl zu Carbon Leakage kommt. Dieser Effekt ist meist nur auf wenige Industriesektoren beschrรคnkt, die allerdings besonders stark betroffen sind.
Hier muss jeder selbst abwรคgen, ob man findet, dass „ein klein bisschen Carbon Leakage“ ja vernachlรคssigbar ist, oder ob jede einzelne Tonne, die von der EU in andere Lรคnder durch Carbon Leakage verschoben wird, eine Tonne zu viel ist. Soviel also zur Frage, ob Carbon Leakage in der Praxis eine Relevanz hat.


Nun gehen wir einen Schritt weiter, und schauen uns an, ob man so einen Carbon Leakage Effekt mittels Klimazรถllen รผberhaupt verhindern oder verringern kann:

Dieses Thema ist noch sehr neu, denn es gibt leider noch kein einziges Land, das solche Klimazรถlle bereits hat. Daher kann die Wissenschaft in dieser Fragestellung auf keine „real-life“ Daten zurรผckgreifen.
Zwei franzรถsische Wissenschaftler haben sich die trotzdem die Frage gestellt und 2014 eine Meta-Analyse prรคsentiert, also eine Zusammenfassung von 25 bestehenden Studien zu der Frage, ob ein Klimazoll Carbon Leakage verhindern kann. Diese Meta-Analyse ist wissenschaftlich besonders hochwertig, da sie die Ergebnisse von vielen unterschiedlichen Studien aus unterschiedlichen Lรคndern, von unterschiedlichen Forschungsinstituten und mit unterschiedlichen Datensรคtzen vergliche hat.
Aus den 25 verglichenen Studien geht hervor, dass aufgrund von Carbon Leakage zwischen 5% und 25% des Reduktionspotentials fรผr CO2 verloren geht, wenn es keinen Klimazoll gibt.
Also bis zu einem Viertel von dem „Gewinn“ einer CO2 Steuer geht verloren, weil Firmen anstatt ihren CO2 AusstoรŸ zu reduzieren, einfach ihren Produktionssitz verlagern.
Die 25 Studien zeigen auch, dass Klimazรถlle Carbon Leakage stark reduzieren kรถnnen, und das Potential haben, die Emissionsreduktionen von Lรคndern mit CO2 Steuern um zusรคtzliche 5% zu erhรถhen.


Die vielen Ausnahmen des ETS
Ein weiterer Punkt, den man hier bedenken muss: Der EU Emissionshandel sieht aktuell fรผr Industriesektoren, die stark von Carbon Leakage gefรคhrdet sind, groรŸzรผgige Ausnahmen vor – eben um sie vor Carbon Leakage zu schรผtzen. Wenn es jetzt Klimazรถlle gรคbe, kรถnnte man diese Ausnahmen abschaffen. Dadurch wรผrde der Emissionshandel im Ganzen auch effizienter werden.


Nun kurz zusammengefasst: Wรคhrend es unterschiedliche Ergebnisse dazu gibt, wie relevant Carbon Leakage jetzt wirklich ist, zeigen die relevantesten Studien klar, dass Klimazรถlle dazu beitragen kรถnnen, diesen negativen Effekt zu verhindern. AuรŸerdem kรถnnten so die Sonderausnahmen, die gewissen Industriesektoren innerhalb des ETS haben, abgeschafft werden.

Und diese Sonderausnahmen sind aktuell auch der Grund, warum EU Klimazรถlle aktuell nur sehr wenige Sektoren abdecken wรผrden – nรคmlich nur die, die auch innerhalb der EU vom Emissionshandel abgedeckt werden. Das sind beispielsweise die Stahlproduktion oder der Flugverkehr. Der absolute GroรŸteil der Importe wรคre nicht betroffen, allen voran auch Lebensmittel, Elektrogerรคte und vieles mehr. Deshalb haben die aktuell von der EU vorgeschlagenen Klimazรถlle wahrscheinlich nur ein sehr kleines CO2 Reduktionspotential. Jetzt kann man natรผrlich sagen: Ja, wenn sie nur ein bisschen helfen, dann zahlt sich das ja trotzdem aus, oder? Oder kรถnnen Klimazรถlle auch schaden?

4. Kann es sein, dass Klimazรถlle mehr schaden als nutzen?

Um diese Frage zu beantworten, muss man bedenken, dass internationaler Handel keine EinbahnstraรŸe ist. Natรผrlich importieren EU Lรคnder viel, gleichzeitig is die Gesamtwirtschaft der EU stark vom Export abhรคngig. Zum Beispiel kommen 6 von 10 in ร–sterreich erwirtschafteten Euros aus dem Export.

Nun wรผrden Klimazรถlle Importe aus anderen Lรคndern in die EU drastisch reduzieren. Diese franzรถsische Studie aus 2016 berechnete beispielsweise, dass wenn die EU 2015 einen Klimazoll eingefรผhrt hรคtte, diesfรผr die USA Exportreduktionen von bis zu 1.4 Milliarden Dollar bedeutet hรคtte. Das wรผrde den Lรคndern, die in die EU exportieren, natรผrlich nicht gefallen.

Und seit dem zweiten Weltkrieg gibt es eine internationale Organisation, die zunรคchst GATT und dann WTO benannt wurde, die das Ziel hat, fairen internationalen Handel zu garantieren. Unter den 164 Mitgliedslรคndern ist auch die EU und ihre Mitgliedsstaaten. Die WTO hat auch ein eigenes Gerichtssystem, und dort wรผrden Exportlรคnder sicher klagen, dass die EU Klimazรถlle nicht fair sind und den freien internationalen Handel blockieren.

Infolge kann es dann zu „Vergeltungsschlรคgen“ kommen, also zum Beispiel kรถnnte Brasilien dafรผr den รถsterreichischen Weinsektor, oder die รถsterreichischen Chip-Exporte, aber auch jeglichen anderen Wirtschaftszweig, der exportiert, mit hohen Zรถllen bestrafen. Das kรถnnte zu starken Verlusten fรผr viele รถsterreichische und europรคische Unternehmen fรผhren: Vom kleinen Familienbetrieb bis hin zu den groรŸen Konzernen kรถnnten alle getroffen werden.

Und solche zerrรผtteten Handelsbeziehungen haben natรผrlich Konsequenzen. Diese Studie vom Europรคischen Forschungszentrum Bruegel von 2020 beispielsweise fand heraus, dass der Schaden durch Klimazรถlle dramatisch sein kann, weil die EU dadurch ihre Beziehungen auch zu wichtigen Partnern im Klimaschutz nicht gerade fรถrdert.

Der aktuelle OECD Prรคsident, der Australier Mathias Corman, sowie der Internationale Wรคhrungsfonds setzen sich deshalb auch stark fรผr eine globale CO2 Steuer ein. Dadurch wรคre ein Klimzoll dann hinfรคllig, denn es wรผrden ja in allen Lรคndern bereits der CO2 AusstoรŸ der Produktion bepreist werden.

Also zusammengefasst: wenn das Ziel ist, global fรผr den Klimaschutz zusammenzuarbeiten, dann sind zerrรผttete Beziehungen wahrscheinlich schlecht fรผrs Klima.
Nun gibt es noch die Mรถglichkeit des gegenseitigen Anrechnen und Anerkennens: Wenn die EU bei den Klimazรถllen zB den kalifornischen Produzenten anrechnet, dass diese bereits zu Hause einen CO2 Preis zahlen mรผssen, und dann keinen zusรคtzlichen Klimazoll bekommen, kann das allein schon die Lage entspannen. Das alles macht klar, dass in diesem Thema sehr viel Diplomatie gefragt ist.


Klimazรถlle & CO2 Steuern allein sind auch nicht die Antwort
Man darf auch nicht vergessen: Wenn jetzt nur ein paar groรŸe Lรคnder ihren Konsum von fossilen Treibstoffen reduzieren, kann das auch einfach dazu fรผhren, dass dessen Weltmarktpreis stark sinkt, und es in Lรคndern ohne CO2 Steuer und Klimazรถllen irrsinnig billig wird, ร–l und Kohle zu verwenden. Das ist ja auch der Grund, warum internationale Abkommen beim Thema Klimaschutz so wichtig sind.

Zusammenfassung & Key Take-Aways

Pros:

  • Wissenschaft einig: Klimazรถlle effektiv gegen Carbon Leakage
  • Kรถnnen helfen, den positiven Effekt von CO2 Steuern zu erhรถhen

Cons:

  • Wie stark wirksam sie sind, ist umstritten
  • Viele Sektoren von Klimazรถllen nicht abgedeckt
  • Internationaler Handel keine EinbahnstraรŸe
  • Kein Allheilmittel, allein nicht die Antwort

So, und nun seid ihr dran: Was denkt ihr รผber die Klimazรถlle? Sollte die EU Klimazรถlle einfรผhren, oder รผberwiegen hier die Kosten รผber den Nutzen?

Oder habt ihr weitere Fragen zum Thema Nachhaltigkeit & Wirtschaft? Schreibts mir in die Kommentare! Ich bin schon ganz gespannt darauf!

Wenn ihr weitere verlรคssliche Informationen und gut recherchierte Fakten zu Nachhaltigkeitsfragen haben mรถchtet, dann klickt als erstes mal auf ABONNIEREN. Und natรผrlich wรคrโ€™s der Wahnsinn fรผr mich wenn ihr diesen Artikel interessant und hilfreich findet und mir das mit einem Daumen nach oben beim Video zeigen wรผrdet!

Bleibt neugierig! Wir sehen uns im nรคchsten Video von LydiaExplains!

CO2 Steuer: Wie wird die Bรคuerin den Traktor tanken?

Aktuell mangelt es nicht gerade an reiรŸerischen Artikeln:

CO2-Preis treibt die Kosten fรผr die Bauern nach oben

Darum sind Diesel, Heizรถl und Strom so verdammt teuer

Kosten fressen Erlรถse: Bauern stehen mit leeren Hรคnden da

Das Internet, und vor allem Social Media, ist voll von Verwirrung und Unsicherheit in Bezug auf eine mรถgliche CO2 Steuer in ร–sterreich. Vielleicht habt auch ihr schon einen Artikel mit solchen oder รคhnlichen รœberschriften gelesen. Die Stimmung unter den Bauern zu diesem Thema ist eindeutig durchwachsen. Aber dass Landwirtinnen mit steigenden Kosten und schlechten Preise zu kรคmpfen haben ist doch nichts Neues, oder?

Mich haben diese Unsicherheiten nicht locker gelassen:

  • Wie wird die Landwirtschaft von einer CO2 Steuer betroffen sein?
  • Kรถnnte eine CO2 Steuer den heimischen Landwirten einen Vorteil bringen, weil sie CO2 sparender produzieren? Oder ist es genau umgekehrt?
  • Kann eine hohe CO2 Steuer dazu fรผhren, dass sich Landwirtschaft in ร–sterreich nicht mehr rentiert, und die Bauern im Preiskampf untergehen?

Deshalb habe ich mir wieder fรผr euch angeschaut, was denn eigentlich die Wissenschaft zu dem Thema sagt, und wie die Faktenlage aussieht. Ich habe einige interessante Studien dazu gefunden! In diesem Artikel erklรคre ich euch, wie sich eine CO2 Steuer auf die Landwirtschaft auswirkt, und warum das fรผr jede und jeden von uns am Ende des Tages wichtig ist. Deshalb liest ihn auf alle Fรคlle bis zum Ende, sonst verpasst ihr den ganzen SpaรŸ!

Weiterlesen „CO2 Steuer: Wie wird die Bรคuerin den Traktor tanken?“

Carbon tax: Will my Schnitzel be more expensive?

German version here.

Everybody, or at least everybody in politics or economics, is talking about a carbon tax at the moment. 61 countries, among them pioneers like Sweden or Switzerland, have it already. But how is it going to affect our food? Are you also wondering, what consequences such a tax would have for our daily grocery shopping in the supermarket, the local farmerโ€™s store or the vegan organic deli? Will ananas be gone and meat unaffordable?

In this post, I will explain to you what science has to say in this regard and later I will also provide you with some cool sample calculations, so make sure to read all of it!

To solve the climate crisis, CO2 Emissions need to be reduced drastically. One way to achieve this is a carbon tax. There are countless proposals for different types of carbon taxes, but the main point is the following: In the production process of nearly all goods, be it apples, shirts or cars, CO2 is emitted, which causes and speeds up climate change. To provide companies with an incentive to save as much CO2 in their production process and to help consumers to opt for products that are low in CO2 emissions, there is this idea to have firms calculate the CO2 footprint of their products and pay taxes for it = carbon taxes.

This was only a very rough overview, because Youtube already offers a bunch of great explanatory videos, for instance this one from the Financial Times or this Ted Talk by Johan Eyckmans.

But coming back to the Schnitzel: 

To answer the question, how a carbon tax could affect our food, I have dug through a large number of high-quality scientific studies and official sources, and what I have found out I will tell you in a moment.

But first a little disclaimer: The following studies have all dealt with different types of CO2 taxes. The effects are also different depending on the actual design of the tax, the social and structural characteristics of the local economy, agricultural sector and food supply chain. I guess it makes sense that two carbon taxes of different sizes, one in India and the other in Switzerland, wonโ€™t have the same effects, right?

The reason I am saying this is that because of that, the results of country-specific studies can never be directly applied to another country. This means โ€œjust because it works in Switzerland, it does not mean that it has to work in Austriaโ€. Nonetheless, one can gain a lot of insights and general tendencies. So, letโ€™s go!

1. Effects of a Carbon Tax on Food

I have compared the current proposals for carbon taxes for Austria, Germany and many other countries:

As of today, food production would be exempted in nearly all proposals for a carbon tax. Yet, there are a number of proposals, how the food sector could still be included (just think of the fiercely debated meat tax, about which I have a video in the pipeline as well, so stay tuned!). In the following I will present you some scientific analyses of current proposals:

This french study from 2019 dealt with the following three options of a CO2 tax:

  1. A tax on foods high in animal proteins, with a redistribution of the revenue in form of a subsidy of plant protein
  2. The same tax without the subsidy
  3. A carbon tax on all foods

The first one calculated a CO2 reduction between 1% and 1.8%, the second scenario interestingly yielded higher reductions between 2,2% and 5,5%. So those two options which only tax foods high in animal proteins predicted no mind blowing effects. Yet in the third case, so in the one where the carbon tax is applied on all foods, a CO2 reduction between 6% and 15% was calculated.

Similar CO2 reduction potential was found for carbon taxes on all foodstuffs, so scenario three of the aforementioned study was predicted to lie between 6% and 10%, by this study for the UK, this study for Spain and this one for Denmark.

Now coming to the question of how much more money one would have to spend on food in case of a carbon tax: The first scenario, per definition, leads to a situation, where, on average, people spend the same amount of money on food. This is because the state would use the money which it raises with the tax on animal protein to subsidize plant protein. So a person who consumes both in equal proportions would not spend more nor less in the supermarket than before, because meat, milk and eggs would be more expensive while beans, peas and lentils would be cheaper. What this would mean my individual expenses depends on my buying habits: A vegan person would spend much less on food than without the tax.

The third scenario, so a carbon tax on all foodstuffs (so a not-revenue-neutral one) would lead to an increase in food expenditure between 5% and 11%, but again, this would depend on what each person typically buys and eats.

So back to the Schnitzel. Will it be more expensive, when Austria gets its carbon tax? This clearly depends on how it is designed. In all three scenarios of the aforementioned French study, it would get more expensive. If food is exempted from a carbon tax, the price might stay as it is, or only be affected by higher transport costs.

For the french study one has to note that it only deals with food consumption at home. To take into account consumption in restaurants apparently would have made it too complex.

2. Social Consequences:

The authors of the previously mentioned study from Spain 2015 highlight that exempting fruits & vegetables from the carbon tax would lead to less additional tax burden for people with low incomes. Furthermore, they emphasize that a carbon tax, if it would include the food sector, would incentivize people with low incomes to switch from cheap meat (which would not be so cheap anymore due to the tax) to fruits & vegetables (which would be much cheaper with the tax).

This already shows how important it is to consider the incentives a carbon tax can have on sustainability, social groups and of course peopleโ€™s nutritional behavior. This should be estimated and taken into account already when the carbon tax is designed, so BEFORE it gets effective. After all, we donโ€™t want poor people to end up eating crisps (which might be vegan and regional) because they canโ€™t afford anything else. Thinking about social consequences is very important for another reason: Currently, in most rich western countries, meat consumption is actually HIGHER for people from lower income classes and LOWER for people in high income classes.

And one further factor plays an important role and should actually feature in any discussion on carbon taxes, but it doesnโ€™t: supply & demand!

There is a mechanism, through which supply & demand influence the effect of a carbon tax. I wanted to explain it to you at this point, but that made the video WAY too long, so I decided I will do a separate one on this topic, which I will link on the screen once itโ€™s out. So make sure to subscribe to my channel so you wonโ€™t miss out on it!

I know, this part on supply & demand sounds so technical, but just remember: Whether our Schnitzel gets more expensive depends on supply & demand, and it does NOT depend on the specific legal text telling us who has to pay.

Moreover, market competition plays a role. The more competition on a market (like, for example, is the case for staple foods), the more probable it is that the carbon tax will be transmitted to the consumer. But also this mechanism will be covered in the additional video!

What you need to remember is simply the following: While economists and scientists can calculate how much our Schnitzel IS EXPECTED to increase in price, at the end of the day, the restaurant owner decides the prices on the menu. And this is why no one is able to predict with 100% accuracy how a carbon tax will influence prices.

I know, this is the โ€œit dependsโ€ answer science always gives. But I just want to be honest with you and make clear that any prediction on the effects of the carbon tax will always stay exactly that: a prediction. In real life, supply, demand and competition influence the price.

(Example: Source for France).

Just think about that vegan, climate-saving daughter of a lawyer and the truck driver who has four kids to feed. Who will be hit harder if sausages & butter get more pricey? (#bobo)

3. Supply & Demand, Competition

And one further factor plays an important role and should actually feature in any discussion on carbon taxes, but it doesnโ€™t: supply & demand!

There is a mechanism, through which supply & demand influence the effect of a carbon tax. I wanted to explain it to you at this point, but that made the video WAY too long, so I decided I will do a separate one on this topic, which I will link on the screen once itโ€™s out. So make sure to subscribe to my channel so you wonโ€™t miss out on it!

I know, this part on supply & demand sounds so technical, but just remember: Whether our Schnitzel gets more expensive depends on supply & demand, and it does NOT depend on the specific legal text telling us who has to pay.

Moreover, market competition plays a role. The more competition on a market (like, for example, is the case for staple foods), the more probable it is that the carbon tax will be transmitted to the consumer. But also this mechanism will be covered in the additional video!

What you need to remember is simply the following: While economists and scientists can calculate how much our Schnitzel IS EXPECTED to increase in price, at the end of the day, the restaurant owner decides the prices on the menu. And this is why no one is able to predict with 100% accuracy how a carbon tax will influence prices.

I know, this is the โ€œit dependsโ€ answer science always gives. But I just want to be honest with you and make clear that any prediction on the effects of the carbon tax will always stay exactly that: a prediction. In real life, supply, demand and competition influence the price.

4. Examples

So now that weโ€™ve got that out of our way, I can still show you how a carbon tax of 55โ‚ฌ/tonne would affect prices of some Austrian foodstuffs:

I have used the carbon price of 55โ‚ฌ/t for this example, because A) Germany has already fixed this one for 2025, and B) it is about the average of what those countries that do already have CO2 taxes. If Iโ€™d use a higher price, of course, the price increases would be higher as well.

Letโ€™s start with regular milk: According to this study of the Joint Research Centre from 2019, the emissions per kilo cowโ€™s milk are 1 kg of CO2 equivalent for Austria and Ireland. This is the lowest of the whole EU, which has an average of 1.4 kg. Here it is important to look at the numbers for the country YOU are living in. This article from the website vegan.at for example credits cowโ€™s milk for Austria with 3.2 kg, and thus with more than three times of what soy milk has. Unfortunately I could not easily find out where they got these 3.2 kilos from.

In the following table you can find some more interesting calculations, the sources can be found here.

ProductCO2 emissions in kgPrice increase (tax 55โ‚ฌ/t)
1kg beef (Brazil, incl. transport to Europe)462,53โ‚ฌ
1kg beef EU average221,21โ‚ฌ
1kg beef (Austria)14,20,78โ‚ฌ
1kg butter (Germany)90,50โ‚ฌ
1 Schnitzel 50,28โ‚ฌ
1 bar milk chocolate4,10,23โ‚ฌ
1 kg fresh strawberries (seasonal & regional)3,40,19โ‚ฌ
1 kg tomato (greenhouse in Germany)2,90,16โ‚ฌ
1L cow’s milk (Austria)10,06โ‚ฌ
driving 4,5 km to the supermarket & back10,06โ‚ฌ
1 kg organic avocado (Peru)0,80,04โ‚ฌ
1 kg fresh strawberries (seasonal & regional)0,30,02โ‚ฌ
Veggie Spaghetti Bolognese0,240,01โ‚ฌ
1 kg apples (organic, Germany)0,20,01โ‚ฌ
CO2 emissions in kg as well as potential price increases in case of a carbon tax of 55โ‚ฌ/tonne for a selection of products. The sources can be found here.

I just want to point out a few especially interesting ones: For instance, 1 kilo of brazilian beef bought in a store in Austria produces 46 kilos of CO2 equivalents, while on EU average, a kilo of beef produces 22 kilos of CO2 equivalents. And Austrian beef bought in Austria was found to have the worldโ€™s lowest CO2 impact beef can have, which is 14,2 kilo (on average). Bear in mind that this is still a lot compared to other foodstuffs.

The rest of the numbers I had to take from German calculations (IFUE 2020), because I could not find them for Austria after spending hours in research. Nonetheless, the agricultural structure of these two countries is highly similar, and imported products like avocados have about the same carbon footprint in Austria and Germany.

And who uses the car to drive to the supermarket has to take that into account as well: A 4.5 kilometers drive in one direction & back again would necessitate 6 cents. Per kilometer, one can count for 110g CO2, a number which is much higher for older cars. (Source: Statista.at).

I have also designed an interactive version of the following plot here (it’s much cooler ๐Ÿ™‚

CO2 emissions in kg as well as potential price increases in case of a carbon tax of 55โ‚ฌ/tonne for a selection of products. The sources can be found here. Color = lifestyle (vegan, vegetarian, eating meat), size = co2 emissions in kg.


All these small amounts might not sound too high, but long-term they can have a huge impact on peopleโ€™s consumption decisions, which is actually the goal of a carbon tax: The less CO2 firms use in their production of a good, the cheaper they can sell them. This way, incentives are created for farmers and the food industry to produce ever less CO2-intensive. And for consumers it will be โ€œeasierโ€ to buy the environmentally friendly alternatives in the supermarket. Austrian beef would clearly beat its South American competitor, and regional and seasonal fruits & vegetables would be much better off compared to frozen strawberries from New Zealand.

So what about the price of the Schnitzel?

To answer the original question of this video, I used this cool tool from IUFE Germany to calculate how many kilograms CO2 a (German) Schnitzel with potatoes on the side would omit: Itโ€™s about  5 kg! And a carbon tax of 55โ‚ฌ/t would increase its price by 28 cents. And french fries would drive this price even further up.

With a carbon tax of 100โ‚ฌ/tonne CO2, this would already lead to an increase of 50 cents.

Compare this with a vegetarian Spaghetti dish: With its 0.24 kg carbon footprint, its price would increase by only 1 cent.

BUT REMEMBER: Depending on which carbon tax you look at, food could also be exempted. Yet, through the more expensive fuel for production and transport, a carbon tax could still influence food prices. I will look at this more closely in my next video on the question of โ€œCarbon tax: How is a farmer going to fuel his tractor?โ€

So now itโ€™s up to you! What do you think about the carbon tax? Do you think it would change your consumption patterns and buying decisions?

Or do you have further questions on sustainability and the economy? Let me know in the comments below – I am so curious to hear from you!

And if you want to know more reliable information and well-researched facts about sustainability issues, then first of all click the subscribe button, and then the little bell to receive notifications and not miss any future video. And of course, I would be over the moon if you found this video interesting and helpful and would show it with a thumbs up!

So, stay curious, and we will see each other soon in the next video of LydiaExplains!

Disclaimer:

The opinions expressed in this article are my own. They are uninfluenced, independent and I am not being paid for it. I have researched all sources and facts to my best knowledge and according to the principles of honest, qualitative scientific practice. Nonetheless, I am providing no warranty for them. I included a collection of sources I consider to be key, but I am not claiming them to be complete. You should always check sources and be sceptical when one is talking about โ€œscientific argumentsโ€. Therefore I invite you to check all my sources and form your own opinion.

The following is my video for this article (as of now only available in German).

CO2-Steuer: Wird mein Schnitzel teurer?

English version here.
รœber die CO2 Steuer wird zur Zeit viel diskutiert. 61 Lรคndern weltweit, darunter Vorreiter wie Schweden oder die Schweiz, haben sie bereits. Die CO2 Steuer ist also in aller Munde – doch wie wird sie sich auf unser Essen auswirken?
Fragt ihr euch auch, was so eine Steuer denn fรผr den tรคglichen Einkauf im Supermarkt, Bauernladen oder veganen Biomarkt bedeuten wรผrde? Verschwinden Ananas und wird Fleisch unleistbar?

In diesem Artikel erklรคre ich euch, was uns die Wissenschaft dazu zu sagen hat, und dazu gibt’s noch ein paar knackige Beispielberechnungen.

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